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Referenzen – Berit Tolke – Liebe zum Wort

Referenzen und Leseproben

Text Web
Ostsüdost
Text & Konzept
Häußler
Interview
NIDO
Text Web & Print
f-engineers
Text Print
futureSAX
Text Print
The Missing Link
Text und Konzept
Mietmagazin
Text Print
Kinderland Sachsen
Text Web
DGUV Congress
Longcopy
Mehrwatt!
Corporate Publishing
Das Glück hat vier Ecken
Jugendmarketing / Text
Maßgeschneiderte Markenwelt
Konzertrezension
Der singende Rohdiamant
Konzept & Redaktion
Filmnächte Magazin

Dresdner Verkehrsbetriebe

Such, Sebastian!

Mein definitiv schönstes Projekt 2016 war die Entwicklung eines Detektivspiels im ÖPNV für die Dresdner Verkehrsbetriebe. Der Grundgedanke war, Schüler der Grundschule für die Teilnahme am öffentlichen Nahverkehr zu begeistern und dessen Phänomene selbst erkunden zu lassen.

Dafür entwickelte ich gemeinsam mit der Dresdner Agentur VOR ein Spiel im Stil einer Schnitzeljagd. Auf der "Jagd nach dem Goldenen Ticket" fahren Kinder ab 8 Jahren (mit einem erwachsenen Teamleiter) mit dem ÖPNV durch Dresden und müssen verschiedene Rätsel und Aufgaben lösen, um von einer Station zur nächsten zu gelangen. Dabei begleitet sie die Geschichte des Superfahrers Sebastian, der irgendwo auf der Strecke seinen Rucksack verloren hat – den es ebenfalls zu finden gilt.

Zum Spiel gehören ein 40-seitiges Spielheft, ein Liniennetzplan, Lösungszettel und ein Masterplan für den Teamleiter. Es eignet sich für die Verkehrserziehung in der Grundschule ebenso wie für einen unterhaltsamen Kindergeburtstags- oder Familienausflug und ist in den Servicepunkten der DVB in Dresden erhältlich.

Dresdner Verkehrsbetriebe

Kinderfreundlicher Nahverkehr

Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) begeistern schon die jüngsten Verkehrsteilnehmer für eine autofreie Fortbewegung: Mit dem Familiennetzplan "Mit Kind und Kegel unterwegs in Bus und Bahn" erhalten Eltern und Großeltern jede Menge Tipps für anregende Ausflugsziele mit Kindern ab dem Krabbelalter. Vom Kindercafé mit Matschecke über den Feuerwehrpielplatz bis hin zu Kindertheater und Schnullerkino sind die schönsten Ziele beschrieben und auf einem extra Liniennetzplan markiert – denn sie lassen sich alle gut und günstig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.

Das Konzept zum Kinderstadtplan stammt von der Dresdner Agentur VOR, Liebe zum Wort textete mit Brausepulver und Lolli die passenden Häppchen dazu.

 

 

mein-online-regal.de

Ein Regal in der Cloud?

Wer kurzfristig preiswerten Lagerplatz benötigt, kann sich ein Partyzelt aufstellen – oder sich ein Regal im Internet mieten. Die Grove Spedition GmbH aus Niederau in der Nähe von Dresden bietet eine bundesweite Service-Kombi aus Logistik und Lagerung an, um private und gewerbliche Güter trocken und sicher einzulagern. Der Kunde muss dazu nur online Boxen ordern und seine Schätze oder Waren verpacken. Dann kommt der Spediteur, holt die Sachen ab und bringt sie in ein Lager. Auf Wunsch bzw. Online-Klick ist alles am nächsten Tag wieder da – oder kann innerhalb von 48 Stunden an fast jeden Ort der Welt geschickt werden.

Wie genau das Prinzip funktioniert, erklärt die von der Dresdner Agentur VOR entwickelte Webseite mein-online-regal, die auf zwei verschiedenen (sprachlichen) Ebenen geschäftliche und private Nutzer anspricht. Liebe zum Wort erklärt Dir und Ihnen, wie sich ungenutzte Dinge einfach einlagern lassen.

 

Roter Berg Erfurt

Grüner Berg mit rotem Namen

Der Rote Berg ist ein belebtes Wohnviertel im Erfurter Norden, direkt am Zoopark, mit viel Grün und bester Infrastruktur. Nach der aufwändigen Sanierung vieler Plattenbauten zu großzügigem, modernem Wohnraum mit Concierge-Service und Hausmeisterdienst entwickelt sich das Viertel zu einem vor allem bei Familien sehr beliebten Wohngebiet.

Zur Vermarktung der neuen Wohnangebote erstellte die Braunschweiger Agentur Logoform für die Wohnungsbaugenossenschaft Erfurt die Webseite roterbergerfurt.de. Liebe zum Wort richtete die Webseite mit freundlichen Buchstaben wohnlich ein.

 

 

Ostsüdost

Stürmische Seiten

Jede Botschaft in ein klares Design zu verpacken, ist die gemeinsame Leidenschaft der Dresdner Grafikdesigner Jörg Göbel und Roland Gaertner. Um künftig unter gemeinschaftlicher Flagge navigieren zu können, verbanden sie 2015 ihre Einzelunternehmen goebs industries und digitalgaertner zum gemeinsamen Label Ostsüdost.

Auf diesem Kurs steuern sie mit ihren Passagieren klare Gestaltungskonzepte an, die sämtlichen Kommunikationsmedien vom Flyer bis zur Geschäftsausstattung frischen Wind verpassen. Liebe zum Wort fing mit dem Kescher am Strand die passenden Worte für die Webseite ein.

 

Häußler

Mäh, Roboter!

Das Familienunternehmen Häußler aus dem Baden-Württembergischen Schwörzkirch kennt sich bestens mit Motor- und Reinigungsgeräten aus, die lästige Arbeiten rund ums Haus erleichtern. Als Vertriebspartner für den schwedischen Hersteller Husquvarna weiß Inhaber Michael Häußler um die Vorzüge selbsttätiger Rasenmäher, über die er auch seine Kunden informieren wollte.

Gemeinsam mit dem Dresdner Grafikdesigner Christian Schütz von konzeptklar entstand aus diesem Wunsch eine 12-seitige Broschüre, die die praktischen Mähroboter vorstellt. Der Mix aus großzügigen Bildern, gut verständlichen grafischen Elementen und serviceorientierten Texten führt den Interessenten von der Last des Rasenmähens zu neuer Lust an stressfreier Rasenpflege.

NIDO

Interview mit Katja Kipping

Im Sommer 2012 wurde Katja Kipping Parteivorsitzende der Linken, als sie Mutter einer fast einjährigen Tochter war. Im gemeinsamen Interview mit Anke Helle für das Familienmagazin "NIDO" sprachen wir mit der Politikerin darüber, wie sich diese beiden Rollen miteinander vereinbaren lassen.

"Junge Väter haben es im Beruf oft noch schwerer"

Frau Kipping, als Sie im letzten Sommer Parteivorsitzende der Linken wurden, haben Sie gesagt, dass das einfacher war als einen Kita-Platz für Ihre damals sieben Monate alte Tochter zu finden. Wo ist sie heute untergebracht?

Am Ende haben wir viel Glück gehabt und einen Kita-Platz direkt in dem Haus gefunden, in dem wir hier in Berlin wohnen – aber es war ein langer Weg dahin. Ich habe in der 16. Schwangerschaftswoche angefangen zu suchen und das wirklich generalstabsmäßig geplant: Am Anfang gab es eine Tabelle mit allen Einrichtungen, die von der Lage her infrage kamen. Wir haben mit allen telefoniert und sechs besichtigt. Das dezentrale Vergabesystem ist ja völlig lebensfremd und für Kitas und Eltern extrem aufwendig. Wenn Eltern ernsthaft an einem Platz interessiert sind, müssen sie sich immer wieder melden. Aber am Ende hat es bei uns zum Glück geklappt.

Es gibt bei der Kita-Suche also keinen Abgeordneten-Bonus?

Nein, es gibt zwar eine Bundestags-Kita, aber da werden bevorzugt Kinder von Angestellten und nicht von Abgeordneten genommen. Das ist prinzipiell in Ordnung. In meiner Not hatte ich mich auch dort beworben, aber da hätte es erst zum 1. Dezember geklappt – und ich brauchte den Platz zum 1. August.

Weil Sie den Parteivorsitz übernahmen.

Das war etwas ungeplant und deshalb musste meine Tochter früher in die Kita als gedacht. Im Nachhinein war das aber vielleicht gar nicht so schlecht, weil mit acht Monaten das Fremdeln noch nicht so ausgeprägt war.

Keine Dramen bei der Eingewöhnung?

Natürlich hat sie in den ersten Tagen beim Abgeben geweint und natürlich blutet einem da das Herz. Aber die Betreuerin hat etwas sehr Schönes gemacht: Ein paar Minuten, nachdem ich weg war, hat sie mir ein Foto aufs Handy geschickt, auf dem sie schon wieder lachte. Das hat geholfen. Später habe ich beim Abschied gesagt: „Du weinst zwar jetzt, aber ich weiß, dass du dich amüsierst, sobald ich weg bin – ich habe Beweisfotos.“ Nicht, dass sie das verstanden hätte, aber ich habe dadurch wohl eine Gewissheit ausgestrahlt, die sie wiederum beruhigt hat. Inzwischen habe ich manchmal noch nicht mal ihre Jacke ausgezogen und sie krabbelt schon los.

Die FAZ schrieb im vergangenen Jahr, dass im Vergleich zu dem, was Sie machen, die normale Doppelbelastung einer Mutter ein Schonprogramm sei. Sehen Sie das auch so?

Meine Arbeit bedeutet für mich ja nicht nur Belastung. Im Gegenteil: Ich bin in einer Situation, die ich jedem Beschäftigten wünsche, weil ich während der Arbeitszeit Sachen machen kann, die ich wichtig und richtig finde. Und dann bin ich als Abgeordnete natürlich zumindest finanziell gesehen in einer absolut privilegierten Situation. Hier in Berlin gibt es zum Beispiel einen guten 24-Stunden-Service für Babysitter, und im Notfall kann ich mir den leisten. Viele andere Familien, vor allem Alleinerziehende, können das nicht und sind genauso eingespannt.

Brauchen Sie den Babysitterdienst oft?

Zum Glück nicht. Ich versuche aber auch sehr bewusst, keine Termine nach 16 Uhr anzunehmen. Dass es da auch Ausnahmen gibt, ist klar. Aber mehr als ein-, maximal zweimal pro Woche sollte das nicht sein, sonst nehme ich auch mal einen Ausgleichstag. Es ist oft schwer, konsequent zu sein, vor allem muss man auch mal verständnislose Blicke ertragen können, wenn man sagt: Ich nehme nach 16 Uhr keine Termine mehr an. Und natürlich würde das Ganze nicht funktionieren, wenn mein Mann nicht die Hälfte der Erziehungsarbeit übernähme.

50:50 – heißt das, Sie haben im Alltag genau abgesteckte Arbeitsbereiche?

Nein, es geht vielmehr darum, dass wir uns sehr genau absprechen: Wer holt unsere Tochter an welchem Tag ab? Wer bleibt an welcher Impfstrecke oder U-Untersuchung dran? Wer kümmert sich um die Behandlung der Neurodermitis? Das war die Hiobsbotschaft zum Ende des Jahres. Den Silvestertag haben wir in der Kinderklinik zugebracht, weil sie plötzlich einen Schub hatte.

Und der Job Ihres Mannes erlaubt das?

Mein Mann ist Wissenschaftler und wir teilen uns die Familienarbeit hälftig. Der Rest ist – da bitte ich um Verständnis – seine Privatsache. Nur so viel: Generell sind in der Wissenschaft befristete und damit prekäre Jobs die Norm. Ich finde aber auch, dass es junge Väter im Berufsleben oft schwerer haben als Mütter. Wenn Väter mal früher gehen wollen, hören sie sofort den Satz: Muss das denn sein? Das gilt gerade auch für Politiker.

Erleben Sie das oft so?

Wir Abgeordnete bekommen ja keine Elternzeit, mit dem Argument, dass wir gewählt worden sind und deshalb niemand unseren Arbeitsplatz einnehmen kann. Frauen haben immerhin eine Mutterschutzzeit und auch während der Stillzeit gibt es ein gewisses Verständnis dafür, dass man weniger da ist. Für junge Väter gilt das nicht. Sie werden somit faktisch gezwungen, wichtige Phasen der Familienarbeit nach der Geburt zu schwänzen. Das ist ein falsches Signal, weil ja gerade Politiker eine Vorbildwirkung haben sollten, um veraltete Rollenbilder zu durchbrechen. Die Elterngeldregelung müsste auch für Abgeordnete und Minister gelten. Dann wird die Diät deutlich reduziert, dafür kann man sich einige Zeit ganz um das Neugeborene kümmern.

Apropos Rollen: Reagieren ältere Parteikollegen anders auf Sie, seitdem Sie Mutter und damit endgültig nicht mehr das „junge Mädchen“ sind?

Ich bin mit 21 in den sächsischen Landtag gewählt worden, damals war ich sicher noch „die Junge“, aber seitdem hatte ich mit den führenden Männern der Partei zu häufig inhaltliche Konflikte, als dass sie mich noch als das „freundliche Mädchen“ abtun könnten. Eigentlich haben alle in der Partei sehr verständnisvoll reagiert. Auch als ich nach der Geburt für drei Monate eine Auszeit genommen habe, weil ich komplett stillen wollte.

Meinen Sie, Andrea Nahles oder Kristina Schröder stoßen auf ähnliches Verständnis?

Das weiß ich nicht. Ich habe auf jeden Fall schon mal mit beiden bei zufälligen Begegnungen darüber gesprochen, dass es auch politikfreie Zeiträume geben muss. Es geht ja nicht nur darum, dass du selbst diszipliniert genug bist, um deinen Arbeitstag zu begrenzen, sondern auch um die Frage des kulturellen Standards. Wenn die Erwartungshaltung ist, dass alle 70 Stunden arbeiten, haben wir ein Problem. Verschiedene Gespräche mit anderen Eltern haben mich darin bestärkt, noch energischer auf die Notwendigkeit von Arbeitszeitverkürzung hinzuweisen.

Kann man sagen, dass bei Politiker-Müttern wie Ihnen der Familienalltag immer auch eine politische Dimension bekommt?

Kristina Schröder hält das Private ja völlig raus aus der Politik. Ich habe dafür volles Verständnis, auch weil es für sie als Ministerin einer konservativen Partei vermutlich um einiges schwieriger ist als für mich. Ich versuche auch, meine Familie zu schützen und nehme meine Tochter nicht mit ins Plenum, weil es dort Kameras gibt. Ich finde, dass sie irgendwann selbst entscheiden muss, ob sie ihr Gesicht in den Medien sehen will oder nicht. Aber gleichzeitig habe ich ein Interesse daran, dass darüber diskutiert wird, wie Eltern Beruf und Familie in Einklang bringen können. Unser Ziel muss doch sein, dass sich Rollenbilder und kulturelle Standards dauerhaft verschieben, dass im Leben von Männern und Frauen gleichermaßen Raum ist für Erwerbsarbeit, für Familienarbeit, für politische Einmischung und für Muße.

Macht man als Mutter anders Politik?

Einerseits wird alltäglicher Knatsch bedeutungsloser. Und natürlich verändert sich der Blick, wenn man nicht mehr nur abstrakt für eine nachkommende Generation Politik macht, sondern auch für die eigene Tochter. Da werden manche Dinge zentraler – und ich reagiere auf einiges sensibler. Als der Prozess gegen Pussy Riot in Russland lief, dachte ich sofort: Da werden Mütter von ihren Kindern getrennt! Früher wäre ich „nur“ politisch auf ihrer Seite gewesen, aber jetzt springt gleich noch eine emotionale Dimension mit an.

Wenn Sie in Ihrem Wahlkreis in Dresden sind, leben Sie wie früher in einer WG. Fällt Ihnen die Umstellung schwer, wenn Sie aus Berlin dorthin kommen?

Überhaupt nicht. Ich lebe dort mit guten Freunden zusammen. Eine Mitbewohnerin hat einen Hund, und dann gibt es noch eine Familie, deren Kind nur drei Monate älter als meine Tochter ist. Von ihr ist sie schwer begeistert und guckt sich alle Marotten ab.

WG klingt nach Studentenzeit. Schaffen Sie es dort, auch so auszugehen wie früher?

Die durchtanzten Abende sind seit der Wahl zur Parteivorsitzenden noch deutlich weniger geworden. Ich muss solche Termine fest in meinem Kalender einplanen. In Dresden gibt es eine Disco, in die ich mit einer Freundin sogar während der Stillzeit gegangen bin. Wir kannten den DJ und wenn wir auftauchten, hat der sofort angefangen, Hits zu spielen. Wir haben dann anderthalb Stunden durchgetanzt und waren pünktlich zur nächsten Mahlzeit wieder zu Hause. Das Hauptproblem für Eltern ist allerdings der wenige Schlaf. Mein Wecker weckt mich am nächsten Morgen ganz unerbittlich.

Was hilft dann gegen Müdigkeit?

Einfach anfangen zu arbeiten. Dann ist die Müdigkeit schnell vergessen und erst am Abend bemerke ich sie wieder – oder an den Augenringen im Spiegel.

Ihr Mann ist nicht in der DDR aufgewachsen. Macht sich das bei der Kindererziehung bemerkbar?

Kaum, eher bei kleinen Kindheitserinnerungen: Mein Mann mag zum Beispiel die Figuren der Sesamstraße. Ich kann damit nichts anfangen. Dafür wollte ich meinen Kindern immer meine Plastik-Indianer vererben. Leider sind sie dem Hochwasser in Dresden zum Opfer gefallen, weil der Keller meiner Eltern geflutet wurde. Während der Schwangerschaft habe ich in einem Antiquariat das Buch „Mohr und die Raben von London“ gekauft, das bekannteste Kinderbuch über Marx. Das hat mich als Kind sehr geprägt.

Und womit haben Sie gerne gespielt?

Mit Indianersachen und manchmal habe mich verkleidet – komplett unemanzipatorisch – als Prinzessin mit Diadem.

Es wäre also auch okay für Sie, wenn Ihre Tochter später in eine rosa Phase kommt?

Wir fördern das nicht gerade: Unser Kinderwagen ist blau und auch bei Klamotten muss es nicht unbedingt rosa sein. Aber wenn sie irgendwann mit Prinzessinnenkleid und Diadem ankommt, ist das auch in Ordnung. Ich würde ihr allerdings auch den Indianerfederschmuck dezent daneben legen, vielleicht ändert sie ihre Meinung ja.

Was wünschen Sie sich sonst für die Zukunft Ihrer Tochter?

Was sich alle Eltern wünschen: Gesundheit, dass sie ein selbstbewusster und glücklicher Mensch wird. Und noch eins: Ich habe mal gehört, dass 90 Prozent der Kinder die politische Richtung ihrer Eltern einschlagen, aber zehn Prozent in die Totalopposition gehen. Natürlich würde ich mir wünschen, dass sie in dieser Frage eher zu den 90 Prozent gehört.

Und nicht in die FDP eintritt.

Mal sehen, ob es die dann überhaupt noch gibt.



f-engineers

Freie Ingenieure stellen sich vor

Die f-engineers sind ein Interessenverband freier Ingenieure mit Sitz in Leipzig. Das Portfolio des Unternehmens umfasst die Beratung, Bewertung und Schulung zu sicherheitsrelevanten, technischen und rechtlichen Fragen im Anlagenbau.

Zur klareren Darstellung dieser Kernkompetenzen in der Außen- und Kundenkommunikation sollten einheitliche Themen-Flyer entstehen. Parallel dazu wurden die entsprechenden Texte auf der Webseite erneuert.

Geordnet nach den Bereichen Elektrotechnik, Explosionsschutz und Erneuerbare Energien können jetzt bei Bedarf einzelne Themenschwerpunkte separat kommuniziert werden.

 

futureSAX

So sehen Sieger aus

Im Innovationswettbewerb futureSAX des Sächsischen Wirtschaftsministeriums werden jährlich die besten Ideen und Unternehmenskonzepte junger sächsischer Gründer ausgezeichnet.

2012 ging der Preis für das beste Geschäftsmodell an das Dresdner Team SOMA, das mit seiner neuartigen Messtechnik Maßstäbe in der Oberflächenbearbeitung für die Galvanotechnik setzt.

Begleitend zum Wettbewerb entstand eine 24-seitige Broschüre, die zur Preisverleihung durch den Sächsischen Wirtschaftsminister überreicht wurde und in der alle Teilnehmer und ihre Konzepte vorstellt wurden. Die acht Finalisten bekamen in Kurzinterviews die Möglichkeit, den Ursprung ihrer Idee und ihre Pläne für deren Vermarktung darzulegen. Alle weiteren Unternehmer sind mit einem Kurzportrait präsent.

The Missing Link

Roboter im Reinraum

Die Roth & Rau Ortner GmbH ist als Hightech-Dienstleister für die Halbleiterindustrie bekannt. Im Geschäftsbereich "Automation" hat sich das Unternehmen darauf spezialisiert, ältere 200-Millimeter-Halbleiterfabriken nachträglich zu automatisieren, um die Produktion langfristig leistungsfähiger zu gestalten.

Zur Vorstellung der neuen Produktlinie auf der SEMICON 2012 entstand in Zusammenarbeit mit der Agentur VOR eine 20-seitige Broschüre in englischer Sprache. Sie beschreibt die Vorteile der nachträglichen Automatisierung bisher manuell besetzter Arbeitsschritte durch die Umkehrung von negativen Botschaften in ihr positives Gegenteil.

 

Erlebnisregion Dresden

Großer Auftritt für Dresdens Umgebung

Die Erlebnisregion Dresden ist ein Netzwerk der sächsischen Hauptstadt in Verbindung mit ihren umliegenden Städten und Gemeinden. Ziel ist es, den Großraum Dresden mit seinen kulturellen, wirtschaftlichen und touristischen Besonderheiten vorzustellen und als familienfreundliche Region einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Gemeinsam mit dem Büro Zucker und der Webagentur Teak & Gut realisierten wir im Auftrag des Stadtplanungsamtes Dresden die komplette Überarbeitung des dazugehörigen Webportals. Mit neuem Design, klarer Navigation, vielen Fotos und gut strukturierten Texten lädt die Erlebnisregion ihre Gäste nun auch online zum Entdecken ein.

Mietmagazin

Alles für das perfekte Event

Das Mietmagazin in Dresden stattet deutschlandweit Veranstaltungen mit Mobiliar, Konzepten und Ideen aus. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf hochwertigen und stilvollen Mietmöbeln, die sich in jeder Location wohlfühlen.

Für Messeauftritte und vermehrte Kundenanfragen sollte auf Basis des bisherigen Kataloges eine Imagebroschüre erstellt werden, die die Kompetenzen des Unternehmens klar herausstellt und entsprechende Referenzen präsentiert.

Das Ergebnis: eine 8-seitige Hochglanzbroschüre, die in Zusammenarbeit mit dem Grafiker digitalgaertner entstand, und die das Mietmagazin als anspruchsvollen Veranstaltungspartner zeigt.


Kinderland Sachsen

Eine Landkarte voller Ausflugsziele

Als Antwort auf die Frage: "Was machen wir am Wochenende mit den Kindern?" hat das Sächsische Sozialministerium eine Landkarte erstellt, auf der die schönsten Familienfreizeitangebote Sachsens zu finden sind.

Von der Dresdner Grafikerin Daniela Veit liebevoll illustriert stellt die Kinderlandkarte 45 Ausflugsziele vor, die sowohl Kindern als auch ihren Eltern Spaß machen - und die nicht selten einen Bezug zur sächsischen Geschichte oder deren Traditionen haben. Auf der Karte findet sich außerdem eine Übersicht aller 23 Tierparks und 37 Jugendherbergen des Freistaates.

Eine schöne Herausforderung, denn die Texte zu den einzelnen Freizeitangeboten sollten nicht die Eltern, sondern direkt den aufgeweckten Nachwuchs ansprechen.

Hier können Sie die Kinderlandkarte kostenlos bestellen.

DGUV Congress

Web-Texte für ein besonderes Tagungszentrum

In Dresden betreibt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ein modernes Tagungszentrum mit einem Akademiehotel inmitten eines grünen Campus. Zur Eröffnung des "Haus 2" mit dem neuen großen Saal im Frühjahr 2012 präsentiert die DGUV Congress ihre Tagungskompetenz nun auch auf einer eigenen Webseite.

Die Besonderheit dabei: Der Fokus künftiger Veranstaltungen liegt auf einem Mix aus Anregung, Entspannung und Bewegung, serviert mit einem gesunden Catering. Die Texte der neuen Webseite sollen den Appetit auf erlebnisreiche Tage im grünen Dresdner Norden wecken.

 

Mehrwatt!

SOLARWATT-Offensive 2011

Die SOLARWATT AG ist einer der modernsten Hersteller von Solarmodulen und Solarsystemen in Europa. Zur Positionierung als Premiummarke startete das Unternehmen die Mehrwatt!-Offensive 2011, die mit 5 überzeugenden Botschaften die Kernkompetenzen und Ziele des Unternehmens für Kunden, Händler und Installateure erklärt.

Das Glück hat vier Ecken

Alleine, im Rudel, bei Mutti, im Ehebett − wie wollen junge Leute heute wohnen? Wir haben viermal geklingelt und nachgefragt

Gemütlich räkelt sich Peter auf der elterlichen Couch und denkt über die Vorteile des Zuhause-Wohnens nach: „Es ist billig, der Kühlschrank ist immer voll und ich muss nur ein Zimmer putzen.“ Sein Vater nickt brummig dazu. Für ihn ist es keine Belastung, dass der jüngste Sohn mit seinen 18 Jahren noch zuhause wohnt, nachdem seine ältere Schwester direkt nach dem Abi die WG-Flucht ergriffen hatte.

Vor zwei Jahren, zu Beginn seiner Tischler-Lehre, stand Peter vor der Entscheidung, sich eine eigene Bleibe in der Nähe seines Betriebes zu suchen. Das hätte ihm die tägliche Anfahrtszeit von knapp einer Stunde erspart. Aber seine Mutter konnte ihn damals überzeugen, doch zuhause wohnen zu bleiben, bis er 18 wäre und selbst entscheiden könne. Und außerdem: „Wenn ich ginge, wäre die Wohnung hier für meine Eltern viel zu groß, sie müssten dann auch umziehen – und diese Entscheidung wollte ich nicht ohne sie treffen“, sagt Peter verständnisvoll.

Er hat im Grunde auch nix zu meckern am Hotel Mama, sein Zimmer misst komfortable 17 Quadratmeter, hat Platz für sein Schlagzeug und das riesige Led-Zeppelin-Poster − und kostet ihn nur 50 Euro, die er freiwillig von seinem Azubi-Gehalt abgibt. Dass er in der freien Wildbahn nie wieder so günstig an Wohnraum mit Koch- und Bügelservice rankommt, weiß er, und er genießt die Zeit bei Mutti. Bis zum Herbst − dann will er sich gern mit zwei Bandkollegen eine eigene Wohnung suchen und eine WG gründen. Alleine wohnen wäre für ihn nix, da würde ihm schnell langweilig werden.

"Ich finde, dass ich jetzt alt genug bin, um keine Kompromisse mehr eingehen zu müssen.“

Dorit dagegen schätzt genau diese Ruhe in ihrer Wohnung, die Peter vermutlich in den Wahnsinn treiben würde. Sie teilt sich ihre zwei Räume nur mit Chinchilla Tibo und ist froh, nicht mit irgendwelchen Mitbewohnern über Putzwahn und Lebensmittelschwund diskutieren zu müssen. „Nach der letzten WG, in der ich gewohnt habe, hatte ich das Gefühl, dass es nun genug wäre mit dem Gemeinschaftswohnen“, sagt die 27-Jährige, „und ich finde, dass ich jetzt alt genug bin, um keine Kompromisse mehr eingehen zu müssen.“

Die 45 Quadratmeter, die sie jetzt bewohnt, nennt sie stolz ihr „kleines Reich“. Auch wenn Bad und Küche Mini-Format haben und der Kühlschrank aus Platzmangel ins Wohnzimmer muss, ist dies doch genau der Platz, an dem sie sich wohl fühlen und entfalten kann. Sie hat die Wände in warmem Orange gestrichen, weil das „die Stimmung hebt“, und geheimnisvolle  Worte in Sanskrit darauf geschrieben. Eine Wand ziert ein selbst gemaltes Bild einer Yoga-Frau, von der sich Dorit bei ihren eigenen Entspannungsübungen inspirieren lässt. Ein steinerner Buddha wacht in der Ecke über Kerzen und Räucherstäbchen. „Zuhause waren wir früher fünf Leute“, erzählt Dorit, „eine große Familie eben, in der immer was los war. Trotzdem schätze ich jetzt umso mehr die Ruhe, die ich immer dann haben kann, wenn ich sie brauche.“ Aber sie erinnert sich auch, dass es am Anfang schwer war sich daran zu gewöhnen, dass niemand da ist, wenn man nach Hause kommt.

Gründe zum Feiern gibt es in der WG wie Sand am Meer

Mit diesem Problem haben Claudia, Peter, Möhre, Jana und Willi nicht zu kämpfen. Sie bewohnen seit drei Jahren eine 170-Quadratmeter-WG, in der ein ständiges Kommen und Gehen herrscht. Die riesigen Räume waren ursprünglich ein Architektenbüro gewesen, für das Nachmieter gesucht wurden. Peter, Willi und Möhre waren damals sofort begeistert und krempelten mit einer Horde Freunde die Ärmel hoch, denn Bad und Küche mussten noch eingebaut, die komplette Wohnung renoviert werden − dafür gab es ein halbes Jahr mietfrei. Jetzt hat jeder der WG-Bewohner ein 27-Quadratmeter-Zimmer, das Pärchen Claudia und Peter teilt sich gar einen 42-Quadratmeter-Palast. Die Miete für jeden Einzelnen ist trotzdem nicht höher als in anderen WGs auch.

„Nur das Bad mit der einen Toilette ist eindeutig zu klein“, klagt Claudia, „besonders dann, wenn morgens doch mal alle zur gleichen Zeit raus müssen.“ Oder wenn auf Partys Schlange stehen angesagt ist. Gründe zum Feiern gibt es nämlich in der WG wie Sand am Meer: das jährliche Einzugsjubiläum im April, ein Hutzenabend zu Weihnachten, fünf Geburtstage, eine Einzugsparty für das Flur-Klavier, eine Willkommensparty für den neuen Wasserhahn, und und und…

So viel gute Laune muss gut organisiert werden, sonst bricht das Chaos aus. Also zwingen sich die fünf Mitbewohner, einen Putzplan einzuhalten und sich nicht gegenseitig den Pudding wegzufuttern. Dinge wie Klopapier, Putzmittel oder Grundnahrungsmittel werden aus einer Gemeinschaftskasse bezahlt und fürs Telefonieren und Surfen gibt’s eine Flatrate.  Jana fetzt das Leben im Rudel: „So habe ich alles auf einmal − meine Ruhe, wenn ich in mein Zimmer verschwinde und viele Leute zum Quatschen, wenn ich in die Küche komme. Perfekt!“

Leidenschaftliche Zuhausehocker

Genauso glücklich sind Doreen und Mirko mit ihrer gemeinsamen Wohnung. Ein Jahr nach ihrem Kennen lernen, genervt vom ständigen Gependel zwischen zwei Wohnungen, entschlossen sich die beiden zusammenzuziehen. „Wir hatten beide vorher schon verschiedene Sachen probiert − WG, alleine wohnen oder mit einem Partner zusammen − also wussten wir, worauf wir uns einlassen“, erzählt Doreen. Die Eckdaten standen schnell fest: „Wir wollten ins Grüne, viel Platz haben, eine Einbauküche und einen Balkon“, erinnert sich Mirko, „und wir wollten zusammen nicht mehr bezahlen als die Summe unserer vorherigen Mieten.“

Die Wahl fiel auf eine große Zweiraumwohnung in Elbnähe, mit einem Garten, großem Balkon und genug Platz für die zwei Katzen des Pärchens. „Wir sind beide leidenschaftliche Zuhausehocker“, gesteht Mirko, „deshalb wollten wir es geräumig und gemütlich haben, mit vielen kuscheligen Ecken.“ Die Einrichtung haben beide mit viel Liebe zum Detail selbst gestaltet: das Wohnzimmer im afrikanischen Stil, ein orientalisches Schlafzimmer und die große Wohnküche mit Requisiten aus dem Mittelalter. Viele Möbel haben sie gemeinsam umgearbeitet, bemalt oder verziert, und damit es nicht zu eintönig wird, wird öfter umdekoriert.

Vom typischen Pärchenstress keine Spur. Fast unheimlich mutet es an, dass Doreen sogar Mirkos herumliegende Socken sympathisch findet. Und er schwärmt wiederum vom gemeinsamen Aufwachen mit ihr. Diskussionsbedarf gab es zuletzt bei der Frage: Fernseher ins Schlafzimmer oder nicht? Nachdem Mirko darauf bestand und Doreen dafür eine Schlafmaske und Ohropax bekam, war auch dieses Problem aus der Welt. Schließlich wollen die beiden ja vor allem eins: sich wohl fühlen und zuhause sein.

Arbeitsplatz Erde

Konzept zur Nachwuchswerbung für den Studiengang Geodäsie
Zielgruppe: Jugendliche und Schüler der Sekundarstufe II

Wie gewinnt man Studenten für einen Studiengang, der wie eine Krankheit klingt: Geodäsie? Mit klaren Worten, eindrucksvollen Bildern und Portraits aus der Praxis. So wird aus dem wenig bekannten Berufsbild des Vermessungsingenieurs eine interessante und internationale Herausforderung für angehende Studenten mit Begeisterung für die Naturwissenschaften.

Das Konzept für den DVW e.V. enstand im Auftrag der SPOG GmbH und wurde anschließend im Online-Auftritt www.arbeitsplatz-erde.de und in einer passenden Printbroschüre umgesetzt.

Maßgeschneiderte Markenwelt

Jeder Zielgruppe ihre eigene Marke, so lautet das Credo der Segmentierungsstrategie des Mobilfunkanbieters E-Plus

Junge Menschen flitzen durch die Straßen, die rechte Hand gespreizt am Ohr, die Gesichter erwartungsvoll gespannt. Sie wissen, was zu tun ist, streben alle in die gleiche Richtung und werden am Ende mit einem geheimen Exklusiv-Konzert der aktuellen Chartstürmer belohnt. So der Masterplan für die junge Community des E-Plus-Ablegers vybemobile. Diese Art von Gemeinschaftsgefühl möchte jede Marke gern an den jungen Kunden bringen. Das Problem dabei ist nur: Die Großen sind oft nicht die Glaubwürdigsten.

Je jünger der Kunde, desto größer der Zweifel, ob die gestandenen Vermarkter seine ganz persönlichen Ansprüche und Wünsche auch wirklich kennen und in neue und brauchbare Produktideen umsetzen können – oder ob sie ihm nur einen alten Hut als trendy Basecap verkaufen wollen. Um diese Zweifel von vornherein aus dem Weg zu räumen, fährt E-Plus seit Mai 2005 sehr erfolgreich eine Mehrmarkenstrategie, die bis Ende Juni 2006 fast drei Millionen Neukunden brachte und nach dem Einstieg von CMO Andreas Gregori im November letzten Jahres neuen Aufschwung erfährt.

Professionelle Partner

Das Prinzip ist einfach: Jede Zielgruppe bekommt ihre eigene Marke, speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten. Diesen Weg geht E-Plus allerdings nicht im Alleingang. „Wir gehen konsequent den Schritt, dass wir da Profis ranlassen und Partnerunternehmen einbinden, die auf diesem Gebiet Spezialisten sind“. Es wäre auch höchst unglaubwürdig, den unterschiedlichen Zielgruppen eine Vielzahl von Kompetenzen vorzugaukeln, über die ein Mobilfunkunternehmen nur schwer verfügen kann. Durch die maßgeschneiderten Produkte bleiben die Marken authentisch und immer nah am Kunden. „Gerade bei der Ansprache einer jungen Zielgruppe hat dies höchste Priorität“, weiß Gregori aus Erfahrung. Von der Flatrate Base über die unverbindliche Prepaidkarte Simyo bis hin zum türkischen Ethno-Netz Ay Yildiz sind derzeit 17 dieser Produkt-Partnerschaften auf dem deutschen Markt präsent.

Adressiert an die jungen Zielgruppen sind dabei besonders die Eigen- und Partnermarken vybemobile, Viva, Jamba! und UBoot. „Diese Marken richten sich alle mit konkreten Lösungen an die Konsumenten“, erklärt Dr. Gregori im Interview mit Just Youth. „Während Viva klar einen Mainstream-Musikinteressierten anspricht, setzt Jamba! stärker auf die Mobile-Multimedia-Fans – übrigens auch aus Produktsicht.“ Durch diese Strategie wird es möglich, selbst innerhalb einer schwer greifbaren und sich ständig verändernden Zielgruppe wie der Jugend noch einzelne Stilgruppen erfolgreich anzusprechen. „Aufgrund seiner Vielschichtigkeit bietet das junge Zielgruppensegment hinsichtlich Lifestyles und individueller Interessen noch eine Menge Potential, an das wir auch künftig adressieren werden“, sagt Gregory und ergänzt: „Nichtsdestotrotz haben wir weitere Pfeile im Köcher – setzen hier aber auch auf den Überraschungseffekt.“

Musik als Thema Nummer 1

Neu im Repertoire seit Herbst letzten Jahres ist zum Beispiel die eingangs erwähnte Phone and Music-Marke vybemobile, die in enger Zusammenarbeit mit Universal Music Deutschland entstanden ist und eine Symbiose aus Handy und Musik eingeht. Der Name vybemobile entstand dabei aus den „Vibes“ der Musik und dem „Hype“, den der neue Tarif in der jungen Community auslösen soll. Kernzielgruppe der Marke sind die 16- bis 25-Jährigen, also rund 9 Millionen junge Menschen. Da das Thema Musik in dieser Altersspanne das ständige Thema Nummer eins der Freizeitbeschäftigung ist, lag es nahe, diesem Bedürfnis auch durch einen speziellen Tarif Rechnung zu tragen, der den Gewohnheiten der jugendlichen Nutzer angepasst ist.

„Vybemobile ist exakt auf die junge Zielgruppe zugeschnitten und kann über einen starken funktionalen Nutzen ebenso begeistern wie über die emotionale Markenwelt“, so Michael Krammer, CEO von E-Plus. Neben kostenlosen Telefonaten innerhalb der Community und günstigen SMS-Preisen in alle Netzte wartet der Tarif vor allem mit zahlreichen Musik-Features als Highlight auf. Ein Music-Podcast, zahlreiche Exklusiv-Events, Special-Tickets für Konzerte und Meet & Greets mit aktuellen Stars sowie Künstler- und Musik-Infos per WAP und Web bilden gemeinsam mit dem Download-Portal vybemobile.de ein umfassendes Paket für die Ansprüche der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Den Interessen der jüngeren Teenager kommt der Viva-Tarif entgegen, der in Prepaid-Form volle Taschengeldkontrolle und günstige Kurznachrichten ermöglicht; die Downloadfreaks werden mit dem Jamba-Tarif bedient, der jede Menge Klingeltöne, Logos und Spiele bereit hält. Erwachsenen bringen Prepaid-Tarife wie Aldi Talk oder FairPay von Conrad Vorteile bei der günstigen Familienvernetzung oder beim Technikkauf.

Allerdings kennt Gregori auch die Grenzen solcher Markendehnungen. Seine Erfahrung habe gezeigt, sagt er, dass für diese Geschäftsmodelle zwei Grundsätze gelten: Die jeweilige Marke müsse über eine klar definierte und etablierte Zielgruppe verfügen, die andere Mobilfunkmarken nicht erreichen können – und der Einstieg lohne sich gerade für branchenferne Unternehmen nur, wenn wie im Beispiel Aldi Talk ein starker eigener Vertriebskanal genutzt werden kann.

Für die jungen Zielgruppen bleibt der Webvertrieb einer der wichtigsten Absatzkanäle. Kooperationen mit verschiedenen Vertriebspartnern wie Musikmagazinen oder Online-Lifestyleportalen erreichen die Zielgruppe in ihrem täglichen Handlungsumfeld, zusätzlich sollen bald Bluetooth-Säulen mit Content-Download für unterhaltsame Wartezeiten in den E-Plus-Shops vor Ort sorgen.

Andreas Gregori und E-Plus werden die junge Zielgruppe gut im Blick behalten. So ist zum Beispiel im Sommer der gemeinsame Auftritt mit Universal Pictures auf der Games Convention in Leipzig geplant, um das junge Publikum vor Ort zu treffen. Und vielleicht werden ja dann schon die Weichen für die nächste Kooperation gestellt.

Das ausführliche E-Plus-Interview mit Dr. Andreas Gregori

 

 

Entscheidung im Elfenwald

Wenn Alexander und seine Freunde beim Rollenspiel zusammensitzen, ziehen Elfen und Magier durch neblige Wälder um sich den finsteren Mächten aus der Unterwelt zu stellen

Kerzen flackern auf einer langen Holztafel, eine Kanne Tee dampft gemütlich vor sich hin und im Hintergrund erklingt leise Musik aus dem „Herrn der Ringe“. Am Tisch sitzen vier junge Leute, die geheimnisvolle Karten zurechtlegen, verheißungsvoll mit Papieren rascheln und unzählige bunte Würfel aus Ledersäckchen zaubern. Wie jeden Mittwoch Abend haben sie sich zusammengefunden, um sich für ein paar Stunden in die mystischen Welten des Mittelalters zu begeben. Nicht mit einem feurigen Flux-Kompensator oder durch ein schwarzes Loch, sondern ausschließlich mit Hilfe der Vorstellungskraft.

Ihre Art zu reisen nennt sich Rollenspiel und macht es ihnen möglich, spannende und gefährliche Abenteuer zu bestehen, ohne sich körperlich vom Spieltisch wegzubewegen. Sie schlüpfen lediglich in alle möglichen Rollen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf, ungefähr so wie bei einer Theatergruppe. Auch hier gibt es so eine Art Regisseur, den Spielleiter, der als einziger das Drehbuch – also die Abenteuergeschichte – kennt. Bevor das Spiel beginnt, muss sich jeder Spieler auf einen Charakter, also eine Rolle, festlegen, die er gerne spielen möchte. Das kann zum Beispiel ein kämpferischer Zwerg sein, eine grazile Waldelfe oder ein charismatischer Zauberer. Anhand verschiedener Attributwerte wie Stärke, Geschicklichkeit oder Intelligenz wird so vor dem Spiel festgelegt, welche Figur später mit welchen besonderen Eigenschaften zum Einsatz kommen kann. Landen die Helden in der Geschichte beispielsweise vor einer verschlossenen Tür, wird jeder auf seine Weise versuchen, diese zu öffnen – mit Streitaxt, List oder Magie.

Im aktuellen Abenteuer, das die Gruppe aus der recht populären Serie „Dungeons & Dragons“ wählte, hat sich Michael für die Figur des Priesters entschieden. Er beschreibt dessen Charakter als einen Kleriker, der nicht sehr gottesfürchtig ist. „Es ist ein sehr kantiger und temperamentvoller Charakter, aber durch seine Schwächen ist er mir auch sehr ans Herz gewachsen“, erklärt der 23-Jährige. Falk, der einen eher listigen Schurken verkörpert, fügt hinzu: „Viele meiner Charaktere sind das, was ich vielleicht gerne sein möchte. Und das geht anderen wahrscheinlich genauso. Es wäre ja auch langweilig, wenn alle dasselbe sein möchten.“ Die Runde wird ergänzt durch Andrea, die eine Natur liebende Halbelfin spielt, sowie durch eine Kriegerin und einen Hexenmeister, die an diesem Abend aber nicht dabei sind.

In einer verzwickten Lage darf ein wenig intelligenter Zwerg also bockig sein und toben, während ein weiser Magier nicht ruhen wird, bis ein diplomatischer Weg gefunden ist.

Da die Gruppe in diesen Rollen vor einiger Zeit schon einmal spielte, existiert eine Vorgeschichte, an die der Spielverlauf jetzt anknüpfen soll. Spielleiter Alexander erinnert an die Geschehnisse von damals: „Die Gruppe hat seit einiger Zeit eine Taverne, den ‚Stern des Nordens‘, im Wald bei Silbrigmond. Vorher sind sie bereits durch große Teile ihres Kontinents gezogen und haben verschiedene Abenteuer erlebt. Sie haben eine Zwergenmine besucht und dort den Zwergen geholfen, dann haben sie die Stadt Silbrigmond im Kampf gegen die Eisriesen unterstützt und von dem dafür erhaltenen Geld die Gaststätte erworben, in der sie ihr Quartier bezogen.“ All dies können wir auf einer sehr anschaulichen Fantasie-Karte an der Wand nachvollziehen, die den Kontinent Faerûn mitsamt seiner Unterwelt darstellt, auf dem die Abenteurer seit geraumer Zeit umherreisen.

Anschließend beschreibt Alexander, der die Geschichte für diesen Abend vorbereitet hat, seinen Mitspielern eindrucksvoll die aktuelle Situation, und schon sind die vier Rollenspieler wieder mitten im Geschehen: „An einem regnerischen Abend sitzt ihr in eurer Taverne am Stammtisch und unterhaltet euch bei Kerzenschein, als plötzlich die Tür aufgeht und eine fremde Person den Gastraum betritt. Durch seine Kapuze ist er kaum zu erkennen, aber ihr glaubt zu sehen, dass er keine Waffen trägt. Sein Haar ist wild und zerzaust und seine Stiefel lassen auf einen Ritt zu Pferde schließen.“ Nachdem Alexander seinen Spielern die Information gegeben hat, dass der mysteriöse Fremde ein Pergament mit sich führt, dessen Unterzeichner die Freunde um Hilfe bittet, beginnt das Agieren der Charaktere.

Denn nun müssen sie gemeinsam entscheiden, wie sie zum angegebenen Ort gelangen wollen. „Teleportieren“, „Reiten“, „zu Fuß gehen“ – die Vorschläge der Figuren sind so unterschiedlich wie ihre Eigenschaften. Deshalb müssen sie jetzt im Dialog miteinander herausfinden, wie sie das Problem lösen können – schließlich wollen sie ja gemeinsam reisen. Und das spielt sich genauso ab wie in allen reellen zwischenmenschlichen Beziehungen: mit ein wenig Streiten, ein bisschen Nachgeben und viel Verhandeln. „Das ist natürlich leicht, wenn man einen Charakter spielt, der der eigenen Person sehr nahe kommt“, weiß Alexander aus neun Jahren Spielererfahrung, „schwierig, aber auch reizvoll, wird es erst dann, wenn man Fähigkeiten verkörpern soll, die einem sonst völlig fremd sind.“

Und schon ist die schönste Diskussion im Gange – darüber, wo man für 30 Goldstücke ein Pferd herbekommen könnte oder ob sich Riesenratten zum Reiten eignen – ohne dass auch nur eines dieser Wesen real existieren muss.

Kommt die Gruppe in ihren Verhandlungen zu keinem Ergebnis, weil das Pferd zu teuer und der Weg zu weit zum Laufen ist, wird der Spielleiter einbezogen und um Rat befragt. Und schon ist die schönste Diskussion im Gange – darüber, wo man für 30 Goldstücke ein Pferd herbekommen könnte oder ob sich Riesenratten zum Reiten eignen – ohne dass auch nur eines dieser Wesen real existieren muss. Der Großteil der Handlungen bei einem Rollenspiel läuft über Gespräche zwischen Spielern und Spielleiter ab. Dabei hat jeder im Kopf eine recht genaue Vorstellung von seinem Charakter, den er jetzt entsprechend seiner Fähigkeiten handeln lässt. In einer verzwickten Lage darf ein wenig intelligenter Zwerg also bockig sein und toben, während ein weiser Magier nicht ruhen wird, bis ein diplomatischer Weg gefunden ist.

„Das ist meist gar kein Vergleich zu den Rollenspielen, die es für den PC gibt“, erzählt Andrea, „die sind doch alle nach dem Muster: Ich geh von A nach B und hau was tot, ohne einen Hintergrund oder ein schönes Rätsel. Aber genau das steht bei uns im Vordergrund: Plötzlich vor einem Rätsel oder Problem zu stehen und überlegen zu müssen: Wie löse ich das jetzt, ohne gleich die Keule auszupacken?“ Auch am Tisch kommt es zu Situationen, in denen es dem Spielleiter schwer fällt, Entscheidungen zu treffen. So könnten sich Spieler ja ungerecht behandelt fühlen, wenn ihnen ein Fluchtversuch misslingt oder sie in einem Kampf den Kürzeren ziehen. In dem Moment wird gewürfelt, es kommt also ein Zufallsfaktor ins Spiel, der um so geringer ist, je besser man sich auf die Situation vorbereitet hat. „Wir haben ganz viele dieser seltsamen Exemplare“, erklärt uns Andrea mit Blick auf die bunten Abenteuerwürfel, „mit vier, zehn oder mit zwanzig Seiten. Dadurch hat man dann eben zwanzig verschiedene Möglichkeiten, wie er fallen kann.“ Und je nach Anzahl und Art der bestandenen Prüfungen kann ein Charakter sich dann weiterentwickeln oder auch an Stärke einbüßen.

„Denkt ihr jetzt eigentlich, dass Rollenspieler alle Spinner sind?“, fragt Falk besorgt, nachdem wir uns einige Zeit nicht zu Wort gemeldet und nur gebannt den Ausführungen der Fantasy-Freunde gelauscht hatten. „Das würde doch auch zutreffen, oder?“, wirft Andrea nachdenklich ein. Schließlich gibt es viele Stimmen, die zu wissen glauben, dass die intensive Beschäftigung mit Mythen und Märchen doch immer nur eine Realitätsflucht darstellt. Für Menschen, die mit der Wirklichkeit nicht klar kommen und die sich deshalb in selbst geschaffene Fantasiewelten denken, wo sie sich ganz einfach in einen Zauberer, unbesiegbaren Helden oder cleveren Schurken verwandeln können. Warum auch nicht?

Auf der Internetseite der Gilde der Fantasy-Rollenspieler www.gfrev.de findet sich eine logische Erklärung dafür: „Im Gegensatz zum realen Leben kann man in der Pseudo-Realität des Spieles etwas gegen die scheinbar unschlagbaren Organisationen oder Unbilden des Lebens tun und man steht ihnen nicht machtlos gegenüber.“ Alexander ist außerdem überzeugt davon, dass diese Form der Auseinandersetzungen mit fiktiven Problemen und Situationen in geselliger Runde die Kommunikationsfähigkeit enorm verbessert. „Weil man immer wieder auf Leute oder eben Charaktere trifft, die ein anderes Interesse haben als man selbst. Und da lernt man dann, sich Strategien auszudenken, wie man so etwas umgehen oder auch lösen kann, um auf einen Konsens zu kommen“, erklärt er uns. Seiner Meinung nach gibt es heute immer weniger Möglichkeiten, so etwas zu erlernen, weil viele nur noch mit sich selbst beschäftigt sind und man überall nur noch Gewalt als Konfliktlösung vorgelebt bekommt. Trotz des Rollenspiels nutzen die Spieler in dieser Runde auch die Gelegenheit der allwöchentlichen Treffen, um sich auch über ganz „normale“ Dinge zu unterhalten. Dies ist ein ebenso wichtiger Aspekt dieser Treffen wie das Spiel selbst. [...]

Der Text erschien in "Spiesser - die Jugendzeitschrift", Ausgabe März 2003

Der singende Rohdiamant

Adam Green erspielt sich im Alten Schlachthof mit wenig Aufwand große Sympathien.

Adam Green ist kein Hallenfüller. Er hat keine großartige Bühnenshow, lässt niemanden ohnmächtig zurück und muss nach seinen Gigs keine Damenslips von der Bühne räumen.
Das, was den 26-jährigen New Yorker Songwriter ausmacht, sind sein Jungen-Charme und seine unverwechselbar sonore und reife Stimme – die ihm schon den Beinamen Indie-Sinatra bescherte – und die irgendwie gar nicht zu dem struppigen Etwas auf der Bühne passen will. Als Green am Samstagabend kurz nach neun mit seiner Wandergitarre auf die Schlachthof-Bühne geschlurft kommt, könnte man den Eindruck bekommen, die Veranstalter hätten wegen Verspätung des Hauptacts vorübergehend einen Straßenmusikanten aus der Unterführung geholt, um das Publikum bei Laune zu halten.

Doch schon nach Greens ersten satten Bariton-Tönen schwindet jeder Zweifel an der Echtheit des singenden Rohdiamanten – und setzen die „drop your pants“-Rufe aus dem weiblichen Fanblock ein. Die Tatsache, dass Green bei seiner dritten Tour durch Deutschland komplett auf musikalische Fremdbegleitung verzichtete und seine Songs solo von einen einsamen Barhocker aus ins Mikro nuschelte – und das im Schnitt fünf Jahre ältere Publikum – gaben dem Abend den Touch einer Privatvorstellung im Tantenheim, bei der der musikalisch begabte, aber sonst etwas merkwürdige Neffe angehalten wird, den älteren Damen mit seinen selbst gedichteten Liedern eine kleine Freude zu machen.

Genau dies scheint auch die Rolle zu sein, die Green mit Vorliebe auf der Bühne gibt. Jegliches Stargehabe, das er sich aufgrund der vor allem in Deutschland grassierenden Green-Hysterie eigentlich leisten könnte, verpufft auf sehr sympathische Weise in ungelenken Gesten, falschen Akkorden und verschleppten Textpassagen. Das entwaffnende Grinsen, mit dem er seine verpatzen Einsätze wieder wett zu machen versucht, wird vom Publikum großherzig angenommen. Ebenso wie das Duett mit seiner Freundin Loribeth Capella, die ihm bei zwei Songs schief und schüchtern zur Seite steht.

Wer so sparsam mit Showeffekten umgeht, bekommt für wenig Einsatz viel Belohnung: Als Adam Green nach neunzig Minuten Konzert und der zweiten Zugabe von seinem Barhocker steigt, um ein wackeliges Tänzchen zu wagen, ist die Masse aus dem Häuschen und spendet begeistert Standing Ovations für den Green’schen Gefühlsausbruch.

Erschienen in der "Sächsischen Zeitung" am 17.09.2007

Filmnächte Magazin

Konzeption und Redaktion des Filmnächte Magazins

Die Filmnächte am Elbufer sind ein großes Open Air-Kino- und Konzertfestival, das jedes Jahr im Sommer für zwei Monate am Dresdner Elbufer gastiert.

Für diese Veranstaltung sollte zusätzlich zum handlichen Programmheft ein Veranstaltungsmagazin entwickelt werden, das neben einer ausführlichen Programmdarstellung sowohl die Besonderheiten des Veranstaltungsortes und des Rahmenprogramms vorstellt als auch die Partner des Festivals mit einbindet. Für SPOG entwickelten wir aus dieser Vorgabe heraus ein bildlastiges Magazin-Konzept mit vielen Hintergrundinfos, Portraits und einem großen Serviceteil und übernahmen anschließend die redaktionelle Umsetzung.

Das Magazin wurde in einer Auflage von 50.000 Stück gedruckt und kostenlos auf dem Gelände der Filmnächte am Elbufer verteilt.

Erziehungsdifferenzen

Wir waren uns doch früher immer einig

Am Thema Erziehung können Freundschaften zerbrechen. Wie schafft man es, dass es gar nicht erst so weit kommt?

„Ka­kao! Ka­kao! Ka­kao!“ Rhythmisch donnert Niklas mit dem Besteck auf dem Tisch herum und teilt in laut­ starker Endlosschleife das Frühstücksgetränk seiner Wahl mit. Ich schaue den Siebenjährigen an und warte auf das Anrollen des Verbaltsunamis, mit dem ich dieser Form von Zwergenterror üblicherweise begegne. Aber ich bleibe stumm. Denn Niklas ist nicht mein Kind, sondern das meiner Freundin Helen.

Es ist Sonntag. Freundetag. Wir sitzen beim gemeinsamen Frühstück. Meine Freundin Helen reagiert gelassen auf das Poltern ihres Sohnes. Sie entscheidet sich für den diplomatischen Weg der Konfliktlösung und erklärt Niklas in ruhigem Ton, dass für diese Art öffentlicher Meinungskundgebung eine schriftliche Anmeldung nötig sei. Da ihr diese nicht vorläge, solle er doch bitte seine unangemeldete Demo jetzt sofort abbrechen. Niklas grinst zahnlos und schüttelt seine blonden Locken. Aber er hat verstanden. Und ich spüre, wie sich mein Puls allmählich wieder beruhigt. Meine fünfjährige Tochter sieht uns über den Tisch hinweg mit großen Augen an – auf der Suche nach dem Donnerwetter, das sie sich an Niklas’ Stelle jetzt hätte von mir gefallen lassen müssen.

Mich nervt unnötiger Lärm, das weiß meine Tochter. Und auch, dass ich meinem Unmut darüber gelegentlich mit Gegenlärm Luft mache. Wir blödeln furchtbar gern, aber am Tisch herrscht bei uns Kasperverbot, weil das Essen sonst zur Nebensache und damit meist zum Kleckerdesaster wird. Meine Freundin Helen sieht das entspannter, vielleicht auch, weil sie im Hinblick auf das Temperament ihres Sohnes gar keine andere Wahl hat. Zurückdonnern bringt ihr wenig, deshalb pflegt sie in ihrer Erziehung eine ausgefeilte Diskussionskultur, die wiederum mich öfters innerlich zusammenzucken lässt: „Großhirn an Faust – Tischplatte vorerst nicht berühren – es wird noch verhandelt.“

Die Kakaodiskussion ist nicht die erste, bei der ich merke, dass sich etwas zwischen Helen und mich gedrängt hat. Ein ungemütliches Gefühl von Fremdheit - ausgelöst durch unsere Kinder. Wenn Niklas dauerhaft große Freude am Stänkern findet, und ich sehe, wie meine Tochter darunter leidet, dann will ich eingreifen. Ihm seine Grenzen aufzeigen. Aber darf ich das als Freundin seiner Mutter?

Helen und ich haben uns nie explizit über Erziehungsstile ausgetauscht. Wir kennen uns noch aus kinderlosen Tagen und hatten von Anfang an einen guten Draht zueinander. Unsere gemeinsamen Abende waren mir stets wichtige Ruheinseln im Alltagsbetrieb. Was auch immer wir diskutierten, wurde leidenschaftlich zerpflückt: der Job, die Männerwelt, das Leben, seine Kostbarkeiten und Untiefen. Und hinterher sah die Welt immer etwas friedlicher aus. Dem Leben mit Kindern sahen wir gelassen entgegen. Als es dann soweit war, zuerst bei ihr - zwei Jahre später bei mir -, versuchten wir, unsere Freundschaft auch abseits dieses neuen Themas lebendig zu halten. Wir gingen weiter in die Kneipe, ins Kino, ins Theater, lachten und nickten in den gleichen Momenten und spürten auch ohne Worte eine große Verbundenheit.

Erst als die Kinder größer und damit zunehmend Teil unserer Verabredungen wurden, begann ich zu ahnen, dass hier ein ganz neuer Prüfstein für unsere Freundschaft lag. Ein gemeinsamer Musikgeschmack bedeutet eben nicht automatisch, dass man auch in Erziehungsfragen einer Meinung ist. Leider.

Nach dem Frühstück sitzen wir vier gemeinsam auf dem Spielplatz. Helen hat ihrem Sohn gerade mehrmals verboten, auf einen Turm zu klettern. Jetzt winkt er triumphierend von der Turmspitze herab und zeigt ihr so sehr deutlich, was er von ihrem Verbot hält. Mein Blick wandert unruhig zwischen Mama und Sohn hin und her: Warum greift Helen nicht ein? Sie ist doch sonst so konsequent. Ich komme ins Grübeln: Wie sehr nervt Helen wohl das Gequengel meiner Tochter, die sich ständig schutzsuchend an mich klammert, sobald größere Kinder vorbeitoben?

Wenn ich mit Helen und den Kindern zusammen bin, habe ich häufig das Gefühl, zwischen zu vielen Stühlen zu sitzen: Als Mutter will ich nicht nur meiner Tochter den Halt geben, den sie braucht, sondern auch auf Niklas’ Provokationen so reagieren, wie ich es für richtig halte - mit einer klaren Ansage. Gleichzeitig soll Helen sehen, dass ich noch immer die lässige Freundin bin, die überflüssiges Gejammer einfach mit einem lockeren Spruch abbügelt. Aber wer hat in einem solchen Augenblick das Sagen: Freundin oder Mutter? Viel zu oft lasse ich keinen von beiden zu Wort kommen, sondern bleibe stattdessen stumm. Ich kneife. In jeder Hinsicht - und das ärgert mich. Es gab doch früher keine Tabu-Themen zwischen Helen und mir.

Vielleicht ist mein Schweigen ein Fehler. Vielleicht sollte ich mich einmischen, wenn Niklas mal wieder lautstark provoziert. Aber verträgt das unsere Freundschaft? Übertrete ich zu viele Grenzen, wenn ich Helen meine ehrliche Meinung sage, nämlich, dass ihr Sohn ihr etwas zu sehr auf der Nase rumtanzt? Und fast noch entscheidender: Könnte ich selbst damit umgehen, wenn Helen meine Tochter im Gegenzug offen für ihre Rockzipfelhängerei kritisieren würde? Vermutlich würde ich gleich in die Verteidigung gehen - mein Kind ist schließlich ein Teil von mir. Ich hätte nie gedacht, wie kompliziert es werden kann, wenn sich die eigene Persönlichkeit plötzlich auch im eigenen Kind wiederfindet - und damit doppelt so angreifbar wird.

Sobald die Kinder dabei sind, müssen Helen und ich zwei Rollen ausfüllen: Wir sind Freundinnen und wir sind Mütter. Es ist ein kniffliger Balanceakt, wenn wir zwischen Ermahnungen und Kneipentratsch hin- und herspringen, uns zwischendurch für unser zweites Ich entschuldigen oder uns darüber kaputtlachen - und am Ende trotzdem oft das Gefühl haben, weder uns noch den Kindern völlig gerecht geworden zu sein. Die eigentliche Frage ist jedoch: Müssen wir das überhaupt? Wer sagt denn, dass wir beide als Mütter genauso harmonieren müssen wie als Freundinnen?

Platz für die Mütter-Harmonie gibt es in meinem Umfeld schließlich auch - nur eben an anderer Stelle. Das ist der Unterschied zwischen Bekanntschaften von früher und den neueren aus der Zeit des Stillens, Krabbelns, Sandkastensitzens. Bei denen stehen die Kinder meist unangefochten im Mittelpunkt. Die Gespräche handeln von Wachstumsschüben, Zähnen und Einschlafritualen - und wenn der Rest auch noch passt, ist es schön. Wenn nicht, auch ok, dann geht man ab 18 Uhr eben wieder getrennte Wege. Die Kinder müssen ins Bett.

Das Glas Wein nach dem Kinofilm, das soll dagegen auch in Zukunft Helen gehören. Schleichend hat es sich eingebürgert, dass wir unsere gemeinsamen Unternehmungen immer öfter auf die kinderfreie Zeit legen. Große Worte haben wir darüber nicht verloren. Dafür umso mehr bei unseren abendlichen Gesprächen: Leidenschaftlich zerpflücken wir wieder den Job, die Männerwelt, das Leben an sich. Ein unkompliziertes Wie-früher-Gefühl macht sich breit - und tut gut. Wie damals, als uns Spielplätze und Kinderkrankheiten noch herzlich egal waren. Zumindest an unseren gemeinsamen Abenden darf das auch gerne so bleiben. Denn ihre konkrete Präsenz als Freundin ist mir in diesen Momenten wichtiger als jede abstrakte Idee von Erziehung. Und das hilft mir auch tagsüber gelassener zu bleiben, wenn Niklas mal wieder auf Provokation aus ist. Sein Glück: Ich mag seine Mutter.

Erschienen in der "Nido", Ausgabe 04/2011.